Einkaufsbeutel aus den 80er Jahren reparieren

Geflickter Einkaufsbeutel

Ja, dieser Einkaufsbeutel aus Baumwolle ist tatsächlich so alt. Damals waren diese Beutel aus Baumwolle ganz normal und ich habe mehrere aus jener Zeit. Insbesondere dieser hat für mich eine Bedeutung: meine Mutter benutzte ihn und ich bekam ihn auf Umwegen in den vergangenen Jahren, über ein Jahrzehnt nach dem Tod meiner Mutter. Also verwendete ich ihn einfach weiter, denn auch wenn etwas alt ist, so ist es noch lange nicht wertlos. Zusätzlich befinde ich mich seit Monaten in einer Art Konsumstreik: ich kaufe nur, was notwendig ist oder Dinge, die mir auf lange Sicht dabei helfen, Geld zu sparen, unabhängiger zu werden und mir dabei helfen einen "eigenen Kreislauf" aufzubauen.

Loch im Einkaufsbeutel

Dann kam letzte Woche der Moment: ich sah, dass der Beutel an den Kanten Löcher hatte. Irgendwie traurig ... nach so langen Jahren sollte ich den Beutel aussortieren? Das kommt eigentlich nicht in Frage, denn er ist Teil meines Kreislaufs. Kurzentschlossen kam ich zu dem Schluss: ich repariere die Ecken. Vor kurzem hatte mein Sohn seine alten T-Shirts aussortiert und eines davon sollte mir für die Flicken an den Ecken dienen.

Flicken mit Langettennaht anbringen

Gedacht, getan: das T-Shirt wurde zerschnitten und ich flickte erst einmal ein kleines weiteres Loch, das ich oben entdeckte. Zum Umranden des Flickens hatte ich reines Baumwoll-Stopfgarn. Vor ca. einem Jahr habe ich einen ganzen Karton von bereits verwendeten Stopfgarnen aus einer Haushaltsauflösung auf Ebay ersteigert. Viele Farben darin passen nicht zu den Strümpfen und Kleidungsstücken, also finden sie nun für das Reparieren von Dingen, bei denen die Funktion wichtig ist und (für mich) die Farbe eigentlich keine Bedeutung hat. Da die Farben doch kontrastierend sind, habe ich mich für eine Langettennaht (so eine Art breiter Knopflochstich), den ich auch gerne zum Nadelbinden verwende, entschieden.

Und wie es dann so oft kommt, fand ich hier eine dünne Stelle, dort ein Miniloch und ... und ... und ... Letzendlich habe ich nun zwei Abende mit der Reparatur verbracht. Die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen stellt sich hier nicht: ich handarbeite eigentlich immer irgendwas und diese Arbeiten bringen mir Entspannung. Hinzu kommt, dass ich keinen neuen Beutel brauche, ein Erinnerungsstück, das nun doch um einiges anders aussieht weiterverwenden kann und auch noch sagen kann: nach wie vor ist alles kompostierbares Naturmaterial. Ich denke, ich werde bei weiteren Löchern einfach weiter reparieren - warum auch nicht?

Nochmal die Tasche etwas größer dargestellt