Von Fasern, Farben und Fäden (Ulrike Bogdan) – Auszug

Hier ein Auszug aus dem Buch “Von Fasern, Farben und Fäden” von Ulrike Bogdan – ich finden den Text sehr interessant für uns Färberlinge – Am Ende des Textes der Link zur Website, wo Ihr das Buch kaufen könnt.

… Gefärbt wird, indem sich Farbmoleküle an die Fasermoleküle anhängen und dort bleiben.
Bei Proteinfasern geschieht das über Wasserstoffbrücken und Van-der-Waals-Kräfte, die Fasern und die Farben ziehen sich quasi magnetisch an. Oder anders ausgedrückt: Bringt man Wolle und Naturfarbstoffe zusammen in einen Topf, gehen sie automatisch eine Verbindung ein, sie können gar nicht anders. Diese Bindung ist mittelmäßig bis brauchbar gut haltbar, und ohne weiteres ohne Beize zu erreichen.

Bei Cellulosefasern passiert das Färben auch über Wasserstoffbrücken, aber Cellulosefasern haben nicht diese magnetische Bindungsmöglichkeit. Dass bedeutet, dass zwar die Farben sich an die Fasern anhängen, aber sie eigentlich nichts dort hält, was insbesondere zu einem leichten Auswaschen der Farbe führt. Denn wenn die Fasern nass werden, vergrößern sich die Fasermoleküle, die Farben verlieren den Halt und verschwinden im Wasser.

Um die Farbaufnahme und Haltbarkeit von Färbungen zu verbessern, kommen Beizen ins Spiel.
Im Fall von Proteinfasern führt die Beize dazu, dass sich größere Molekülkomplexe zwischen den Metallionen, den Fasermolekülen und den Farbmolekülen bilden. Dieser Beizmittel-Farbstoff-Faser-Komplex bildet einen größeren Molekülklumpen, der vor Auswaschen schützt und zudem durch die größere Oberfläche das Licht anders reflektiert, weswegen die Farben leuchtender aussehen.
Cellulosefasern wiederum haben nicht diese natürliche Affinität dazu sich mit überhaupt irgendetwas zu verbinden. Sie müssen mühselig davon überzeugt werden, welch großartige Idee es nun wäre, mit den Farben eine Verbindung einzugehen. Leider wollen sie nicht einmal ohne Überredung eine Verbindung mit den brückenbildenden Metallionen der Beize eingehen.
Weswegen hier Soda bzw. eine andere Lauge ins Spiel kommt. Das Auskochen der Cellulosefasern in Soda vor dem Beizen hilft auch dabei, dass sich beim späteren Beizen schwer wasserlösliche Verbindungen bilden, die in den Cellulosemolekülen bestehen bleiben. Die Farbstoffe legen sich dann an diese schwer löslichen Beize-Soda-Faser-Verbindungen an.

Beizen basierend auf Aluminium (in unterschiedlichen Zusammensetzungen) werden nachweislich seit weit über 2.000 Jahren verwendet. Allerdings beweist die Verwendung des Wortes alumen, el-shab, alaun und alle seine Abwandlungen nicht, dass auch immer derselbe Stoff damit gemeint war. Alaun kommt natürlich in Form von Kaliumaluminiumsulfat in Wüsten und in der Nähe von aktiven Vulkanen vor. Dann gibt es noch Ammoniumaluminiumsulfat, Alunit, Alunogen (Aluminiumsulfathydrat) und Halotrichit (Eisenaluminiumsulfat, weswegen es nicht farbneutral ist). Alles natürlich vorkommende Alaune.

Essigsäure verfügt nicht über die notwendigen Moleküle, um diese Verbindung einzugehen. Wir kennen Essig als Fixierer vom Färben mit synthetischen Farben. Hier ist er aber der Fixierer für die synthetischen Farbstoffe, d.h. mit den Farbstoffen passiert etwas, aber nicht mit den Fasern. Im Gegensatz zu Metallbeizen, bei denen etwas mit den Fasern passiert. …

Und hier könnt Ihr das Buch kaufen: http://www.nemo-ignorat.de/publikationen/ (ja, ist Gratiswerbung – finde das Buch einfach toll)

Viel Spaß beim Lesen und Lernen!!!

Gartentagebuch 11.03.2018

Heute war der erste Tag, an dem man wirklich in den Garten konnte. Endlich die Beete sauber machen. Aber: es war Schlamm … ich bin im Beet regelrecht versunken. Doch den ersten Teil habe ich, was nach meiner Zwangspause im Krankenhaus vor einem Jahr um einiges anstrengender ist. Letztes Jahr verwarlosten die Beete regelrecht. Es ging einfach nicht so, wie ich wollte und dennoch hatte ich einiges zu ernten. Eigentlich wollte ich die Anbaufläche vergrößern, doch ist das zu schaffen, nebst Arbeit, Familie usw.? Wir werden sehen. Auf jeden Fall wachsen die ersten Pflänzchen “einfach so”. Morgen soll es wieder regnen … sobald es geht, hole ich gut gereiften Kompost zum Mulchen der Oberfläche.

Die Vorher-Nachherbilder des großen Beetes ganz am Ende der Seite.

Eine kleine Erdbeerpflanze, die den Frost, denke ich, gut überstanden hat.

Beinwell – er hat einen Frostschaden, denn der Winter war sehr mild, doch ich denke, er wird schön wachsen und viel Bienenfutter geben.

Hier würde ich gerne wissen, was das für Pflanzen sind – vielleicht weiß es ja jemand.

Eine Knoblauchsrauke, die an der Außenseite des Beetes wächst hat den Frost überlebt 🙂

Ein paar übrig gebliebene Zwiebeln, die von der Pfefferminze überwuchert waren. Ich lasse sie in der Erde, denn sie werden blühen und ich bekomme Zwiebelsamen für das kommende Jahr.

Es war einmal eine Knoblauchblüte und eine Katze Namens Fanny. Fanny fand diese Blüte irgendwie toll und hat sie abgebrochen. Die Mini-Saatzwiebeln waren unter anderen Pflanzen verschunden. Hier keimen sie nun … ich lasse sie wachsen und wir werden sehen, was wird.

Eine Hyazinthe mit ihrem Nachwuchs. Sie ist vor zwei Jahren hier in die Erde gekommen.

Das könnten doch Schneeglöckchen sein? Wenn ja, dann sind es die, die ich letztes Jahr von einem Internetfreud zugesandt bekommen habe.

Hier wachsen Osterglocken. Sie vermehren sich jedes Jahr etwas. Bekommen habe ich sie als verblühte Zwiebeln vor 3 Jahren.

Aaronstab – vorsicht giftig – er wächst bei mir an einer Stelle, der einzigen, an der ich es ihm erlaube. Seltsamer Weise scheint die Pflanze meine Predigt von vor zwei Jahren verstanden zu haben 🙂 sie geht nicht über die festgelegten Grenzen hinaus. Wer weiß, vielleicht verstehen sie uns ja doch.

Mein Pfirsichbäumchen ist ein paar Wochen, als es so frostig war, im Treppenhaus gestanden und will nun mit aller Macht blühen – wahrscheinlich muss er kommendes Wochenende nochmal rein. Es soll noch einmal bis -8°C kalt werden.

Das Beet heute Morgen … vor dem säubern.

Und so sieht es nun aus. Jetzt kommt noch Kompost drauf und dann ziehen bald Pflanzen ein.